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Tagung: Thema Ferienwohnungen am Beispiel von Kitzbühel und Corvara
Pustertal (mt).
,,Wie viele Freizeitwohnungen vertragen wir noch?“ Mit dieser Frage setzt sich eine Tagung auseinander, zu der am Samstag, 24.November, um 9.30 Uhr in die Aula des Nikolaus -Cusanus – Gymnasiums in Bruneck geladen wird. Die Bürgermeister von Corvara und Kitzbühel werden über die Situation in ihren Gemeinden berichten. In einem ,, Dolomiten“ – Gespräch schildert der Kitzbühler Bürgermeister Klaus Winkler die Herausforderungen  für seine Verwaltung im Zusammenhang mit den Freizeitwohnungen.
,,Dolomiten“: Herr Bürgermeister, wie ist die Situation in Kitzbühel derzeit?
Klaus Winkler: Eines der größten Probleme  für die einheimische Bevölkerung sind die hohen Grundstückspreise. Aufgrund der attraktiven Lage und landschaftliche Schönheit ist Kitzbühel Anziehungspunkt für finanzstarke Personen, die sich hier auch ansiedeln wollen. Das treibt natürlich die Grundstückspreise in astronomische Höhen – 2000 Euro pro Quadratmeter und mehr sind keine Seltenheit. Der ,,normale“ Einheimische kann da nicht mehr mithalten.
,,D“: Wie schaffen es dann doch junge Familien zu einer Eigenwohnung zu kommen?
Winkler: Junge Familien ziehen von Kitzbühel weg, um sich in Umlandgemeinden, wo es noch leistbare Wohnungs – und Grundstückspreise gibt, niederzulassen.
,,D“: Wie versucht die Verwaltung dem gegenzusteuern?
Winkler: Oberstes Ziel der Kitzbüheler Siedlungspolitik ist es, leistbaren Wohnraum für die einheimische Bevölkerung zu schaffen. In den vergangenen Jahren wurden mehrere Siedlungsprojekte umgesetzt. In sonniger Stadtrandlage wurde u.a. ein rund zehn Hektar großes Siedlungsgebiet erschlossen. Damit wurde auf einen Schlag Wohnraum für rund 100 einheimische Familien geschaffen. Der Grundstückspreis liegt dort bei bei etwa 200 Euro pro Quadratmeter. Als Käufer kommen nur Einheimische in Frage, d.h. man muss zumindest zehn Jahre in Kitzbühel gemeldet sein oder seit zehn Jahren in Kitzbühel arbeiten. Und im sozialen Wohnbau konnten im heurigen Jahr rund 120 neue Wohnungen an Kitzbüheler Familien übergeben werden.
,,D“: Wie verhält es sich mit dem Anteil von Einheimischen und Ausländern in ihrer Gemeinde?
Winkler: Seit Jahrzehnten stagniert in Kitzbühel die Bevölkerungszahl der Einheimischen, während der Anteil der Ausländer und Zuzügler immer höher wird. Anfang November 2012 waren in Kitzbühel 8.246 Personen mit Hauptwohnsitz gemeldet. Davon sind 6.818 Personen Österreicher und 1.428 Ausländer. Insgesamt haben in Kitzbühel 4.422 Personen einen Nebenwohnsitz. Bei den Nebenwohnsitzen sind aber auch das Personal von Tourismusbetrieben oder Dauercamper am Campingplatz enthalten.